Kinderrechte sind nicht verhandelbar

  • Pressemitteilung der Firma SPD-Bundestagsfraktion, 18.11.2011
Pressemitteilung vom: 18.11.2011 von der Firma SPD-Bundestagsfraktion aus Berlin

Kurzfassung: Kinderrechte sind nicht verhandelbar Zum Internationalen Tag des Kinderrechtes am 20. November erklaert die zustaendige Berichterstatterin in der Arbeitsgruppe Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der SPD-Bundestagsfraktion Karin Roth: ...

[SPD-Bundestagsfraktion - 18.11.2011] Kinderrechte sind nicht verhandelbar


Zum Internationalen Tag des Kinderrechtes am 20. November erklaert die zustaendige Berichterstatterin in der Arbeitsgruppe Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der SPD-Bundestagsfraktion Karin Roth:

Die Kinder dieser Welt verdienen unsere Aufmerksamkeit und unsere Wertschaetzung. Gerade am Internationalen Tag des Kinderrechts und dem 22. Geburtstag der UN-Kinderrechtskonvention muessen wir uns das vor Augen halten - aber nicht nur dann. Jeden Tag muessen sich vor allem in Entwicklungslaendern unsere Anstrengungen darauf konzentrieren, allen Kindern das Recht auf Leben und den Zugang zu Ernaehrung, Gesundheit und Bildung zu sichern. Das gilt besonders auch bei Katastrophen wie derzeit beispielsweise am Horn von Afrika.

Damit werden die Voraussetzungen fuer nachhaltige Entwicklung gelegt und Kinder bekommen eine Zukunft. Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ist klar: Die Kinderrechte, die auf der ganzen Welt Tag fuer Tag mit Fuessen getreten werden, sind nicht verhandelbar und duerfen keinesfalls wirtschaftlichen Profitinteressen untergeordnete werden.

Kinderarbeit ist ein Verbrechen und eine besonders schlimme Form von Gewalt gegen Kinder. Mit den Konventionen 138 und 182 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) wird Kinderarbeit deshalb weltweit geaechtet. Nach Schaetzungen der ILO arbeiten dennoch weltweit 215 Millionen Tag fuer Tag. 53 Millionen dieser Kinder sind juenger als 14 Jahre. In Indien arbeiten Kinder in Steinbruechen, in Ziegeleien und in der Landwirtschaft. In Bangladesch werden Kinder - vor allem Maedchen - in der Textil- und Schuhindustrie ausgebeutet.

Eine der am weitesten verbreitete Form von Kinderarbeit ist die Arbeit in privaten Haushalten. Die ILO schaetzt die Zahl der Hausangestellten auf ueber 50 Millionen weltweit. 83 Prozent davon sind Frauen und Maedchen. In Bangladesch ist laut UNICEF jedes fuenfte in privaten Haushalten beschaeftigte Kind erst zwischen fuenf und zehn Jahren alt. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert die Bundesregierung auf, umgehend das nationale Ratifizierungsverfahren fuer die im Juni dieses Jahres verabschiedete neue ILO-Konvention 189 ueber menschenwuerdige Arbeitsbedingungen fuer Hausangestellte einzuleiten und so ein international wichtiges Signal zu setzen.

Noch immer sterben jedes Jahr fast neun Millionen Kinder vor dem fuenften Lebensjahr an Krankheiten, an Hunger und durch Gewalt.

Besonders in Subsahara-Afrika ist die Kindersterblichkeitsrate am hoechsten. Damit nicht genug. Die Weltbank schaetzt, dass aufgrund der Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise bis 2015 etwa 1,2 Millionen Kinder zusaetzlich sterben werden, wenn nicht politisch und finanziell gegengesteuert wird.

Zudem gibt es nach wie vor schwere Kinderrechtsverletzungen wie den Einsatz von Kindersoldaten, Sklaverei von Kindern und die Genitalverstuemmelung an Maedchen. Das duerfen wir nicht vergessen.


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