[Deutscher Bundestag - 01.06.2015] 25 Jahre Wissenschaftspreis des Deutschen Bundestages: Lammert zeichnet zwei junge Wissenschaftler aus / Festvortrag von Prof. Udo Di Fabio
Mittwoch, 10. Juni 2015, 11 Uhr
Reichstagsgebäude, Großer Protokollsaal 2 M 001
Den Wissenschaftspreis 2014 des Deutschen Bundestages für Arbeiten zum Parlamentarismus erhalten je zur Hälfte der Politikwissenschaftler Dr. Benjamin Höhne (Universität Potsdam) und der Historiker Dr. Tim Neu (Georg-August-Universität Göttingen). Die Verleihung durch Bundestagspräsident Norbert Lammert findet am 10. Juni 2015 im Reichstagsgebäude statt.
Mit der Festveranstaltung wird zugleich das 25-jährige Bestehen des Wissenschaftspreises des Deutschen Bundestages begangen. Den Festvortrag hält Bundesverfassungsrichter a. D. Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio. Das Thema: "Wissenschaft und Politik - Überlegungen zu einem produktiven Spannungsverhältnis". Er hatte 1989 als erster die damals noch als "Förderpreis für den wissenschaftlichen und publizistischen Nachwuchs" bezeichnete Auszeichnung erhalten.
Benjamin Höhne erhält den Preis für seine 2012 publizierte Dissertation "Rekrutierung von Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Organisation, Akteure und Entscheidungen in Parteien". Nach Auffassung der Jury handelt es sich bei dieser Studie um eine herausragende politikwissenschaftliche Dissertation, die am Beispiel der Rekrutierung von Kandidaten die gewachsene Bedeutung des EU-Parlaments für die bundesdeutschen Parteien herausarbeitet.
Bei der 2013 erschienenen Dissertation des Historikers Tim Neu mit dem Thema "Die Erschaffung der landständischen Verfassung, Kreativität, Heuchelei und Repräsentation in Hessen, 1509-1655" hebt die Jury hervor, dass es Neu in glänzender Weise verstanden habe, den Wurzeln des deutschen Parlamentarismus nachzugehen und unter Bezugnahme auf aktuelle kultur- und sozialwissenschaftliche Theorien verschiedene für unser Verständnis von parlamentarischem Handeln essentielle Themen anzusprechen.
Der Wissenschaftspreis des Deutschen Bundestages wird alle zwei Jahre verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und würdigt hervorragende wissenschaftliche Arbeiten, die zur Beschäftigung mit Fragen des Parlamentarismus anregen und zu einem vertieften Verständnis parlamentarischer Praxis beitragen.
Weitere Informationen zum Wissenschaftspreis finden Sie unter
http://www.bundestag.de/kulturundgeschichte/parlamentspreise/wissenschaftspreis/index.htmDie Veranstaltung ist presseöffentlich. Zum Betreten des Reichstagsgebäudes ist eine Akkreditierung des Deutschen Bundestages notwendig.
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Kein Bundestag ist wie der andere. Jedes Mal haben die Wähler neu entschieden, wer stellvertretend für alle die Regeln entwickeln soll, die dann für alle gelten werden. Jedes Mal haben die Wähler neu bestimmt, wie stark der Einfluss der einzelnen Parteien in der Volksvertretung sein soll, wer somit die Regierung bilden kann und wer in die Opposition muss. Und deshalb beginnt auch jeder Bundestag ganz von vorn. Denn die neu gewählten Abgeordneten können nicht von ihren Vorgängern vorbestimmt werden, deren Legitimität, für das Volk zu entscheiden, mit dem Zusammentreten des neuen Bundestages erlischt.Der PräsidentDer Präsident leitet nicht nur die Bundestagssitzungen (in der er sich mit seinen Stellvertretern abwechselt), er vertritt den Bundestag auch nach außen. Protokollarisch ist er als Repräsentant der Legislative nach dem Bundespräsidenten der zweite Mann im Staat. Er ist nicht nur Adressat aller Eingaben und Entwürfe von Bundesregierung, Bundesrat oder Mitgliedern des Bundestages, er setzt sich auch für die Würde des Bundestages und die Rechte seiner Mitglieder ein. Er ist der oberste Dienstherr der Bundestagsmitarbeiter und übt sowohl das Hausrecht als auch die Polizeigewalt in den Gebäuden des Parlamentes aus.