[Bayerischer Rundfunk - BR - 23.04.2013] Elitenforscher: Keine verbesserte Steuermoral
radioWelt zum Interview mit Michael Hartmann
Trotz der vielen Selbstanzeigen bei den Finanzämtern, sieht der Darmstädter Elitenforscher Michael Hartmann keine Anzeichen für eine verbesserte Steuermoral. "Es gibt vielleicht so etwas wie eine größere Angst, aber es ist nicht eine Frage der Ethik", sagte Hartmann im Bayerischen Rundfunk (Bayern2, Radiowelt am Morgen).
Die Steuersünder hätten das Gefühl, es sei riskanter geworden, Geld dem Finanzamt zu verheimlichen. "Selbstanzeigen kommen immer dann, wenn eine Steuer-CD auftaucht und wenn man Angst haben muss, man steht drauf."
Selbstanzeigen bei Finanzämtern seien immer eine Abwägung des Risikos im Vergleich zu den Profit-Chancen. Das habe man auch im Fall Uli Hoeneß gesehen. Hartmann: "Der hat einfach gepokert in der Hoffnung, dass das Steuerabkommen mit der Schweiz kommt."
Generell gebe es in Unternehmerkreisen zwei Grundeinstellungen zu Steuern, so Hartmann. "Die eine heißt: Der Staat nimmt uns viel zu viel weg. Die zweite lautet: Der Staat kann mit Geld nicht umgehen." Der Darmstädter Elitenforscher resümiert: "Mit so einer Grundeinstellung wachsen die schon in ihrer Kindheit auf."
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