[aid - 06.03.2013] Generation Facebook: Soziale Netzwerke als Setting für Gesundheitsförderung
(aid) - Die direkte Ernährungsberatung erreicht längst nicht alle, die davon profitieren könnten. Neue Zugangswege und Settings müssen identifiziert und erschlossen werden. Die Wissenschaftsdisziplin "Public Health Nutrition" beschäftigt sich mit den sozialen, gesellschaftlichen, ökonomischen, ökologischen und politischen Faktoren, die ein gesundheitsbewusstes Verhalten beeinflussen.
Um Nachwuchskräfte aus diesem Bereich zu vernetzen und um sich über aktuelle Projekte und Entwicklungen auszutauschen, fand am 1. März 2013 schon zum zweiten Mal das "Junge Forum Public Health Nutrition" an der Hochschule Fulda statt. Einen interessanten neuen Ansatz stellte Verena Lindacher vom Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin der Universität Regensburg vor. Sie untersuchte das soziale Netzwerk Facebook als Ort für Gesundheitsförderung und Prävention. Um diese Plattform aktiv für Interventionen nutzen zu können, ist es notwendig das Verhalten der Nutzer kennenzulernen und zu analysieren.
Zu diesem Zweck wertete Lindacher Facebookprofile von Medizinstudenten der Universität Regensburg aus. Sie ging der Frage nach, wie oft diese die Gesundheitsthemen Ernährung, Bewegung, Alkohol und Rauchen auf der Plattform ansprechen und wie sie sich über diese Themen austauschen. 6,5 Prozent der Beiträge beschäftigten sich mit den genannten Gesundheitsthemen, wobei die Nutzer "Alkohol" und "Ernährung" am häufigsten thematisierten. Im Vordergrund standen dabei nicht die Gesundheitsaspekte, sondern Spaß, Genuss, Geselligkeit oder Stolz auf sportliche Aktivität. Risikoverhalten wurde weitaus häufiger kommuniziert als gesundheitsförderliches Verhalten. Daneben zeigte sich, dass gesundheitsbezogene Posts zu bestimmten Anlässen zunehmen, zum Beispiel bei Volksfesten. Bilder von Schweinshaxen und einer Maß Bier bieten dann beispielsweise einen Einblick in das Essverhalten und die Interessen der Nutzer.
Soziale Netzwerke stellen eine Möglichkeit dar, unterschiedliche Zielgruppen kennenzulernen: Was bewegt die Nutzer? Wie stellen sie sich selbst dar, wie vermarkten sie sich? Diese Informationen können helfen, bedarfsgenaue Botschaften zu verfassen und Präventionsmaßnahmen auf die Zielgruppe hin abzustimmen. Weiterer Forschungsbedarf besteht hinsichtlich der praktischen Umsetzung von konkreten Interventionen in sozialen Netzwerken.
Annalena Schraut,
www.aid.deWeitere Informationen unter:
www.fh-fulda.de/index.php?id=806www.epi-regensburg.de/wp/forschung/arbeitsbereich-pravention-und-gesundheitsforderung/facebook-studie aid
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